Bau-, Umwelt- und
Wirtschaftsdepartement
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Klimaschutz

Der Klimawandel ist eine globale Herausforderung und geht somit alle an. Internationale, nationale und kantonale Klimapolitik ist nötig, um die international vereinbarten Klimaschutzziele erreichen zu können. Mit dem Übereinkommen von Paris hat sich die Staatengemeinschaft 2015 das Ziel gesetzt, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius und möglichst auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. In der Schweiz wird infolge des Klimaabkommens von Paris das CO2-Gesetz für den Zeitraum 2021 bis 2030 totalrevidiert.

Der Kanton verfolgt in seiner Klimapolitik in Übereinstimmung mit der Zielsetzung des Bundes und des Klimaabkommens von Paris das Ziel, die Treibhausgasemissionen im Kanton bis 2050 auf netto null zu senken. Netto null heisst, dass zwar weiterhin Treibhausgasemissionen in bestimmten Bereichen entstehen, diese aber in mindestens gleichem Umfang wieder aus der Atmosphäre entfernt werden müssen.

Der Bund, die Kantone und die Gemeinden verfolgen ein gemeinsames Ziel mit unterschiedlicher Verantwortung und jeweiligen Zuständigkeiten. Der Planungsbericht Klima und Energie zeigt auf, wie das Klimaschutzziel erreicht werden kann und welche Massnahmen dazu auf kantonaler Ebene notwendig sind. Die auf kantonaler Ebene umsetzbaren Massnahmen stehen in engem Bezug zur Bundespolitik und sind auf die bestehende Gesetzgebung sowie das neue CO2-Gesetz abgestimmt. Als Grundsatz werden Vorschriften primär dort eingesetzt, wo die Zielerreichung mit einem Anreiz- oder Lenkungssystem nicht möglich ist. Teilweise ist aus wirtschaftlichen oder sozialen Gründen aber auch eine Kombination aus Vorschrift und einem Fördersystem zielführend.

  • Mobilität und Verkehr

    Beim Verkehr bietet der sich abzeichnende Technologiewandel hin zu emissionsfreien Fahrzeugtypen eine grosse Chance. Der Wandel wird mit Massnahmen technologieoffen unterstützt. Dabei wird ein Schwerpunkt auf den Ausbau der benötigten Ladeinfrastruktur und deren Systemintegration im Energiesystem gelegt. Ebenso wichtig wie die technologische Transformation sind jedoch die Verlagerung hin zu effizienten Verkehrsformen, wie öffentlicher Verkehr, Fuss- und Veloverkehr, sowie die Vermeidung von Verkehr. Dabei werden moderne Ansätze wie etwa Sharing-Modelle oder Mobility-Pricing in die Strategie mit einbezogen.

  • Landwirtschaft

    Aufgrund seiner durch Hügel geprägten Landschaft eignet sich der Kanton Luzern besonders für die Nutztierhaltung. Entsprechend hoch sind die Emissionen im landwirtschaftlichen Bereich. Zur Zielerreichung sind eine treibhausgasarme Produktionstechnik und eine treibhausgasarme Produktionsstruktur (Flächenanteile, Tierzahlen) notwendig. Gemeinsam mit weiteren Akteuren möchte der Kanton Luzern zudem aufzeigen, welchen Einfluss die Ernährung auf das Klima hat und wie eine klimaschonende und gleichzeitig auch ausgewogene Ernährung aussehen könnte. Die Massnahmen in diesen Bereichen sind vorausschauend zu planen, sozialverträglich zu gestalten und über einen Zeitraum von 30 Jahren schrittweise umzusetzen. Kohlenstoffreiche Böden sollen erhalten und gefördert werden.

  • Waldwirtschaft

    Die Speicherung von Kohlenstoff im Wald soll gesichert und wo möglich optimiert werden. Neben der bestehenden Förderung von Holz als Brennstoff sollen der Einsatz von Holz als Baustoff gefördert und neue Formen zur Speicherung von Kohlenstoff, etwa durch Pflanzenkohle, geprüft werden.

  • Gebäude

    Neubauten sollen konsequent fossilfrei erstellt werden. Das Potenzial zur Energieproduktion im Gebäudebereich soll weitgehend genutzt werden. Die Erneuerungsrate soll gesteigert und der Heizungswechsel konsequent als Chance genutzt werden. Massnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz im Strom und Wärmebereich sowie im Bereich der grauen Energie werden gefördert.

  • Industrie
    Auch im Industriebereich sind Massnahmen zur Energieeffizienz, zur Stromproduktion und dem Eigenverbrauch von Strom sowie zur fossilfreien Wärmeversorgung in Industrie und Gewerbe wichtig. Wenige Unternehmen sind für einen grossen Anteil der CO2-Emissionen verantwortlich. In einer Analysephase, die bis 2026 abgeschlossen sein soll, soll aufgezeigt werden, wie diese Unternehmen ihre Produktion bis 2050 auf erneuerbare Wärme umstellen können. Rahmenbedingungen und Umsetzungsprogramme sollen in Koordination mit dem Bund zielführend weiterentwickelt werden.
  • Entsorgung und Recycling

    Im Bereich von Entsorgung und Recycling sollen die Prinzipien der Abfallvermeidung, des Recyclings sowie Massnahmen im Bereich der Kreislaufwirtschaft, namentlich bei Bauabfällen, verfolgt werden. Möglichkeiten zur Abscheidung und Speicherung von CO2 (Carbon Capture and Storage) aus der Kehrichtverbrennung werden geprüft.

  • Vorbild Kanton Luzern

    Der Kanton Luzern nimmt in seinem Handlungsbereich eine Vorbildfunktion ein. Er verfolgt die energetische Erneuerung und fossilfreie Versorgung des eigenen Gebäudeparks konsequent und nutzt dabei das Stromproduktionspotenzial eigener Bauten und Anlagen. Beschaffungen und das Mobilitätsmanagement erfolgen klimaverträglich. Grossprojekte werden auf ihre Klimaverträglichkeit hin überprüft. Im Rahmen von Eignerstrategien und bei der Einbindung anderer Trägerschaften der öffentlichen Hand werden Klimaschutzkriterien eingebracht. Der Kanton Luzern kann Klimaschutzprojekte von volkswirtschaftlicher Relevanz unterstützen oder selbst initiieren.

  • Energieversorgung

    Zur Zielerreichung netto null 2050 ist es nötig, dass bestehende Technologien im Bereich der erneuerbaren Strom- und Wärmeversorgung konsequent genutzt und dass Technologien, die kurz vor dem Durchbruch stehen, in die Planungen einbezogen werden. Damit die Energiewende gelingt, ist es wichtig, dass die Versorgung mit erneuerbarer Elektrizität, Wärme und Kälte bedarfsgerecht und sicher zur Verfügung gestellt werden kann. Die Produktion erneuerbarer Energie soll konsequent ausgebaut werden. Die fossilfreie Wärme- und Kälteversorgung in dicht überbauten Gebieten sollen räumlich geplant und durch entsprechende Massnahmen gefördert werden. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Elektrifizierung, welche begrüsst wird, sind zusätzliche Massnahmen im Bereich Stromstabilität in Koordination mit dem Bund wichtig.

  • Querschnittshandlungsfelder

    Der Kanton integriert das Thema Klima vermehrt in die Bildung und kommuniziert aktiv über Klimathemen. Als zentraler Akteur stellt der Kanton Klimadienstleistungen zur Verfügung. Dazu gehören Grundlagen und Daten, aber auch ein durchgängiges Monitoring und Controlling sowie die regelmässige Anpassung der Planungsgrundlagen und der Massnahmenplanung im Klimabereich.

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