Rolle des Kantons

Viele Akteure – vom Bund über die Kantone, Gemeinden, Unternehmen bis hin zu den Bürgerinnen und Bürgern – tragen zum verantwortungsvollen Umgang mit dem Klimawandel bei. Was ist dabei die Aufgabe des Bundes und welche Rolle hat der Kanton? Und was können Sie als Bürgerin oder Bürger des Kantons Luzern zur Bekämpfung des Klimawandels beitragen?

Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Beiträge der verschiedenen Akteure auf:

  Klimaschutz: Verminderung der Treibhausgase Anpassung an den Klimawandel
Bund Die Schweiz hat 2015 das Übereinkommen von Paris verabschiedet. Es ist das erste globale Klimaübereinkommen, das alle Staaten in die Pflicht nimmt und hat zum Ziel, die Klimaerwärmung auf deutlich unter 2°C zu beschränken.

Das CO2-Gesetz gibt die Ziele und Massnahmen vor, wie Treibhausgase vermindert werden sollen. Mit verschiedenen Instrumenten bei Gebäuden, Verkehr und Industrie sollen bis 2020 die Emissionen im Inland um mindestens 20% gesenkt werden. 

Ein Teil der CO2-Abgabe wird für die Förderung der energetischen Sanierung von Gebäuden verwendet.
Strategie des Bundesrates zur Anpassung an den Klimawandel (2012): Herausforderungen sind benannt, Ziele und Grundsätze festgelegt. Im Aktionsplan (2014) sind Anpassungsmassnahmen für die Sektoren (z.B. Wasserwirtschaft, Gesundheit) zusammengestellt.

Klimarisiken-Analyse des Bundesamts für Umwelt: Analyse der Folgen des Klimawandels als Grundlage für Anpassungsplanungen.

Der Bund unterstützt beispielhafte Lösungen zur Anpassung an den Klimawandel und fördert Pilotprogramme: U. a. Wasserknappheitshinweiskarten im Einzugsgebiet des Vierwaldstättersees oder eine Regionale Anpassungsstrategie Klimawandel Sursee-Mittelland. 
Kantone
Der Kanton Luzern hat eines der schweizweit modernsten kantonalen Energiegesetze, welches dazu beiträgt, die Klimaschutzziele zu erreichen.

Dank dem Gebäudeprogramm von Bund und Kantonen werden CO2-Emissionen aus Gebäuden durch Gebäudestandards (MuKEn) laufend vermindert. 

Viele Kantone fördern erneuerbare Energien, Abwärmenutzung und effiziente Gebäudetechnik. Auch der Kanton Luzern hat ein entsprechendes Förderprogramm

Einige Kantone erarbeiten Strategien und weitere Massnahmen zum Klimaschutz.
Basierend auf der Strategie des Bundes zur Anpassung an den Klimawandel planen Kantone Massnahmen und setzen sie um, u. a. in den Bereichen Wasser-, Land- und Waldwirtschaft, Gebäude, Raumplanung, Gesundheit, Energie, Naturgefahren und Biodiversität.
Städte und Gemeinden
Verschiedene Gemeinden und Städte haben sich die 2000-Watt-Gesellschaft als Ziel gesetzt und ergreifen Massnahmen zur Reduktion des Energieverbrauchs. Im Kanton Luzern leben rund 72% in einer mit dem Label «Energiestadt» zertifizierten Gemeinde.

Auch viele Gemeinden fördern erneuerbare Energien und Energieeffizienzmassnahmen, z. B. mit Beratungsangeboten und Förderbeiträgen.
Städte und Gemeinden vermindern mit Massnahmen z.B. die Risiken von Extremereignissen wie Hochwasser und Hitzewellen und tragen damit zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels bei.
Unternehmen und Verbände
Firmen reduzieren Treibhausgasemissionen, z. B. durch einen effizienteren Ressourceneinsatz oder die Nutzung erneuerbarer Energien. In einigen Kantonen bestehen verschärfte Vorschriften für Grossunternehmen – so auch im Kanton Luzern. 

Treibstoffimporteure und Betreiber fossil-thermischer Kraftwerke kompensieren ihre CO2-Emissionen ganz oder teilweise durch Beteiligung an Klimaschutzprojekten.

Für Unternehmen wird die Nachhaltigkeitsberichterstattung immer wichtiger. Sie zeigen ihre Emissionen und Umweltziele darin auf. 
Unternehmen und Verbände verschiedener Branchen setzen sich mit den Folgen des Klimawandels auseinander und treffen Massnahmen.
 Bevölkerung
Viele Leute achten bereits heute darauf, unnötige Treibhausgasemissionen zu vermeiden. 

In diesen Bereichen können Sie aktiv etwas beitragen: 

Mobilität: Nutzung von Velo und öffentlichem Verkehr, Entscheid für Autos mit alternativem Antrieb (Elektro- oder Erdgas-Antrieb, Hybrid) oder geringem Verbrauch, Vermeidung von Flugreisen.

Konsumverhalten: z. B. Kauf von regionalen und saisonalen Lebensmitteln sowie langlebigen Produkten, reparieren statt Neues kaufen. Der Kanton zeigt mit einer Kampagne «E chline Schritt» auf, wo der Einzelne einen Beitrag leisten kann.

Wohnen: energetische Sanierungen, angepasste Raumtemperatur, Einsatz von energiesparenden Geräten, heizen mit erneuerbaren Energien.

Die Klimatipps für den Alltag. 
Bei grosser Hitze können Sie z. B. direkte Sonneneinstrahlung meiden, Fenster tagsüber schliessen und Sonnenstoren nutzen sowie nur frühmorgens die Räume lüften.

Aktive Information über Naturgefahren und Verhaltensempfehlungen erlauben, frühzeitig zu reagieren, die MeteoSchweiz-App z. B. gibt Warnhinweise heraus.