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Folgen des Klimawandels

Der von Menschen verursachte Ausstoss von Treibhausgasen verändert das Klimasystem der Erde und führt zu einem weltweiten Temperaturanstieg. Auch der Kanton Luzern ist in verschiedenen Bereichen mit den Auswirkungen des Klimawandels konfrontiert. Das Ausmass des Klimawandels hängt stark von der künftigen Entwicklung der globalen Treibhausgasemissionen ab – je höher die Emissionen sind, desto stärker steigen die Temperaturen. Es wird immer schwieriger, die gesetzten Klimaziele zu erreichen.
 
Der Hauptgrund für den Klimawandel ist die Zunahme von Treibhausgasen (z. B. Kohlendioxid CO2, Methan) in der Erdatmosphäre. CO2 entsteht durch die Verbrennung fossiler Energieträger, Methan unter anderem in der Landwirtschaft oder bei auftauenden Permafrostböden. Der Temperaturanstieg variiert regional sehr stark: Während es im globalen Mittel seit Beginn der Industrialisierung rund 1 °C wärmer geworden ist, sind es in der Schweiz im selben Zeitraum fast 2 °C – die Temperatur steigt in der Schweiz doppelt so schnell, wie im weltweiten Durchschnitt. Die Schweiz ist somit besonders vom Klimawandel betroffen. Selbst bei einer starken Reduktion der CO2-Emissionen ist mit einer weiteren Temperaturerhöhung zu rechnen. Ohne globalen Klimaschutz (Szenario RCP8.5), werden die erwarteten Auswirkungen auch im Kanton Luzern gravierend sein und für alle Bereiche der Gesellschaft grosse Herausforderungen mit sich bringen.



Auswirkungen des Klimawandels auf den Kanton Luzern

Heisse Sommer und mehr Hitzetage
Hitzewellen sowie heisse Tage und Nächte treten in Zukunft häufiger, extremer und länger auf. Heisse Sommer wie im Jahr 2003, 2015 oder 2018 könnten bis Mitte des 21. Jahrhunderts die Regel sein. Während Hitzewellen das Wohlbefinden der gesamten Bevölkerung beeinträchtigen können, sind sie insbesondere für alte und pflegebedürftige Personen sowie Säuglinge lebensbedrohend. Besonders betroffen sind Städte und Agglomerationen, die sich stark aufheizen. Zudem nimmt die Ozonkonzentration in der Luft während Hitzeperioden zu und verursacht Atemwegsbeschwerden.

Trockenere Sommer
Trockenperioden werden häufiger auftreten und können auch länger dauern. Das führt dazu, dass die Grundwasserstände und die Wassermengen in Flüssen und Bächen zeitweise abnehmen. Im Kanton Luzern sind 2015 und 2018 viele Bäche ganz ausgetrocknet. Die Bevölkerung kann unter Umständen nicht mehr ausreichend versorgt werden, wenn Wasserversorger nicht auf ergiebige Grundwasservorkommen oder grosse Seen zurückgreifen können. Von versiegten Quellen war auch die Landwirtschaft betroffen: Einige Landwirte mussten für ihre Nutztiere Wasser umständlich zuführen. Auch Ertragsausfälle unter anderem bei Gras und Silomais waren die Folge, so dass Landwirte wegen des fehlenden Futters sogar ihre Milchviehbestände reduzieren mussten. Die Wassertemperaturen in den Fliessgewässern erreichen häufiger kritische Werte für Wasserlebewesen - empfindliche Fischarten wie Äsche und Bachforelle sind bereits heute in ihrem Bestand vielerorts bedroht.

Mehr Starkniederschläge und Hochwasser
Starkniederschläge werden infolge der höheren Temperaturen häufiger auftreten und intensiver ausfallen. Damit nimmt auch das Überschwemmungsrisiko zu. Im Jahr 2005 traten Kleine Emme und Reuss als auch der Vierwaldstättersee über die Ufer. Die Kleine Emme überflutete bei der Einmündung in die Reuss das Gebiet beim Seetalplatz und dem Viscose-Areal, es entstanden grosse Schäden. Wäre der See weiter angestiegen, wäre auch der Bahnhof Luzern überflutet worden – mit Schäden in Milliardenhöhe und Auswirkungen auf den Bahnverkehr in der ganzen Schweiz. In der Folge ergreift der Kanton Luzern und die Gemeinden nun aufwändige Hochwasserschutzmassnahmen.

Mehr Murgänge und Steinschlag
Die häufiger auftretenden Starkniederschläge können nebst Überschwemmungen auch vermehrt zu Murgängen und Hangmuren führen. Wegen den wärmeren Temperaturen sind diese auch im Winter häufiger zu erwarten, da Niederschlag vermehrt in Form von Regen fällt. Steigende Temperaturen im Winter aber auch im Sommer führen häufiger zu Frost-Tau-Situationen, welche Steinschlag begünstigen. Der Kanton Luzern und die Gemeinden ergreifen gegen diese Gefahren aufwändige Massnahmen wie Dämme und Steinschlagnetze.

Steigende Schneefallgrenze
Mit dem Anstieg der durchschnittlichen Temperaturen wird auch die Schneefallgrenze steigen. Bis Mitte des 21. Jahrhunderts liegt die Nullgradgrenze im Winter auf 1500 Meter über Meer, das sind bis zu 650 Meter höher als heute. Das trifft auch den Kanton Luzern: Einige kleine Skigebiete sind schon heute nicht mehr in Betrieb, aber auch grosse Gebiete wie Sörenberg müssen sich darauf einstellen. Sie werden stark herausgefordert und müssen zum Beispiel das touristische Angebot darauf abstimmen.

Veränderungen der Lebensräume und der Tier- und Pflanzenwelt
Der Klimawandel verändert durch die steigenden Temperaturen und längeren Trockenheitsphasen die Fauna und Flora. Der Klimawandel schreitet jedoch so schnell voran, dass die Biodiversität unter anderem im Luzerner Mittelland ohne greifenden Klimaschutz stark unter Druck gerät. Wärmetolerante Arten überleben besser. Nicht heimische Pflanzen und Tiere, sogenannte Neobiota, werden begünstigt. Manche dieser Arten, wie der Japanische Knöterich, verbreiten sich sehr schnell und müssen aufwändig bekämpft werden, damit sie einheimische Arten nicht verdrängen und damit gefährden. Viele Arten in wassergeprägten Lebensräumen wie Fliess- und Stillgewässer, Auen und Moore kommen unter Druck. Der Kanton Luzern verfügt im schweizweiten Vergleich über sehr viele, ausgedehnte Moorlandschaften. Sie dienen als Puffer, da sie bei starkem Regen immense Wassermengen speichern und bei Trockenheit langsam wieder abgeben - bei vermehrten Trockenheitsphasen stellen intakte Moorlandschaften eine Chance dar, sie sind aber immer mehr bedroht.

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